TU Berlin · Forschungspartner
✓Peer-reviewed
Geräte, Apps, Autos, Aufzüge, Fitnesstracker - Alles spricht in Klängen. Nicht als Musik, nicht als Sprache im klassischen Sinn und doch alles andere als zufällig. Im bislang größten Hörversuch seiner Art haben wir über mehrere Jahre untersucht, welche Bedeutungen in den Klängen von Geräten verborgen liegen und wie wir diese akustische Welt besser verstehen können.
Ein Barista in Tokio versteht es, eine Verkäuferin in Lagos auch. Aber niemand hat es ihnen je beigebracht.
Hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zwischen Mensch und Maschine etwas entwickelt, das sich beschreiben lässt wie eine Sprache? Mit Wörtern, Regeln und Bedeutung, auch wenn niemand sie je entworfen hat?
Wann wurde aus drei Tönen ein Wort?
In der Linguistik wird Sprache typischerweise in mehrere Ebenen gegliedert, etwa Lautstruktur (Phonologie), Wortstruktur (Morphologie/Lexikon) und Satzstruktur (Syntax). Auch unsere Klangsprache hat sie.
Anstieg, Abfall, Schärfe, Rauheit, Hall: die kleinsten Bausteine. Pling, Whoosh, Klick.
AnhörenKurze melodische Figuren, meist 1 bis 3 Töne. Nicht Klangfarbe, sondern Klangverlauf. Eine Form, die zu ihrer Bedeutung passt.
AnhörenMehrere Gesten in Folge: Pending, Pending, Success — Warten, weiter warten, dann der Treffer. Eine Grammatik, die niemand schrieb aber trotzdem funktioniert.
AnhörenDrei einfache Fragen am Anfang: Hört man da etwas? Verstehen verschiedene Leute dasselbe? Steckt da ein System dahinter?
Eine Faktorenanalyse zog die latenten Strukturen heraus: neunzehn Dimensionen, in denen Klänge konsistent gedeutet werden — gegliedert nach drei Kommunikationsebenen.
Was wir entdeckt haben: die Sprache der Funktionsklänge hat Regeln
Drei kurze Sounds. Keine Worte, kein Kontext. Was meinen sie? Am Ende sehen Sie, wie 3400 Hörerinnen und Hörer entschieden haben.
Ein Blick auf ein reales Produkt: Die Funktionsklänge eines JBL-Kopfhörers treffen punktgenau Gesten aus unserem Alphabet — anhören und vergleichen.
Fig. 11
Wenige Töne, klare Aufgabe. Den ganzen Tag.
Bluetooth-Kopfhörer sind ein dichtes Klang-Ökosystem auf engstem Raum. Einschalten, Verbinden, Akku, Modus-Wechsel, Anruf, Stummschalten — jedes Ereignis wird über den gleichen Lautsprecher mitgeteilt, der gerade Musik spielt. Die Klangsprache muss präzise, kurz und ohne Worte funktionieren: ein freundliches Aufsteigen für »verbunden«, ein klares Absteigen für »getrennt«, drei abfallende Töne für »Akku leer«.
Zwei echte JBL-Sounds, zwei unserer Gesten: »Success« und »Pending«. Hören Sie selbst.
Im Hörexperiment zeigten 3400 Hörerinnen und Hörer kulturübergreifend signifikant ähnliche Reaktionen auf dieselben Gesten.
Genau das ist die Definition eines Wortes: ein Klang, dem viele dieselbe Bedeutung zuschreiben.
Genau diese auditive Verständigung zwischen Mensch und Maschine erforschen wir im Sound Innovation Lab. Damit jeder Klang ein wenig klarer wird. Ein wenig intuitiver. Ein wenig menschlicher.
Datengetriebenes Sound Design für Ihr Produkt. Sprechen Sie mit uns.